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Zenith Defy Lab – Ein Meilenstein in der Uhrentechnologie

Zenith schreibt an einem neuen Kapitel der eigenen Geschichte und definiert gleichzeitig einen neuen Standard im Schweizer Uhrenbau. Seit 152 Jahren fertigt man beste und präziseste mechanische Uhren. Die aktuell angebotenen 40 verschiedenen Uhrwerke (in unterschiedlichen Ausführungen und mit vielfältigen Komplikationen) sind ein eindrucksvoller Beleg der außergewöhnlichen Schaffenskraft der Manufaktur.

Uhrensammler wissen um den legendären und ikonenhaften Status des Zenith El Primero. Das weltweit erste automatische Chronographenkaliber, im Jahre 1969 der Öffentlichkeit präsentiert, lässt bis heute die Herzen der Liebhaber mechanischer Chronographen höher schlagen. Niemand außer Zenith war seinerzeit in der Lage, den „Heiligen Gral“ der mechanischen Zeitmessung zu realisieren, mit dem sich erstmals auch Zehntelsekunden am Handgelenk messen ließen. „El Primero“ steht sinnbildlich für das Streben nach Innovation, höchster Präzision und Qualität. Das ist bei Zenith Tradition und es wird auch in Zukunft so sein…

Zenith definiert mit der Defy Lab und ihrem neuartigen Gangregler die Grenzen im Uhrenbau vollkommen neu, indem die Manufaktur die etablierten, von Christiaan Huygens im 17. Jahrhundert eingeführten Grundlagen der mechanischen Uhr in Frage stellte und auf Basis moderner Technologien und innovativer Materialien einen bahnbrechenden neuen Mechanismus entwickelt hat.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zenith-Manufaktur in Le Locle präsentierte Jean-Claude Biver, Präsident der LVMH Watch Division, zusammen Zenith CEO Julien Tornare und Guy Sémon, dem CEO des R&D Institutes der LVMH Watch Division, die Defy Lab als Meilenstein der Uhrentechnologie. Dieser innovative Zeitmesser wurde unter konsequenter Nutzung aller Synergien innerhalb der LVMH Watch Division entwickelt. Geistiger Vater der Defy Lab ist niemand geringeres als Guy Sémon.

Die Neuerfindung der mechanischen Uhr

Im Jahr 1675 präsentierte der niederländische Astronom, Mathematiker und Physiker Christiaan Huygens einen Gangregler für eine mechanische Uhr bestehend aus einer Unruh und einer Spiralfeder, ein Prinzip das bis heute in seinen Grundsätzen unverändert Anwendung im Uhrenbau findet. Dieses Prinzip basiert zum Teil auf den Arbeiten des Wissenschaftlers Ignace-Gaston Pardies, der sich zudem intensiv mit den Grundlagen der Mechanik auseinandersetzte und darüber mit Newton verbunden war. Pardies stellte seine Theorie des Isochronismus mechanischer Schwingungen im Jahr 1673 vor der Französischen Akademie der Wissenschaften vor und verstarb tragischerweise, noch bevor er seine Theorie publizieren und abschließend belegen konnte. In 2017, 342 Jahre nach der Präsentation des Huygens-Prinzips, werden nun die Ergebnisse eines neuen mechanischen Abenteuers von Guy Sémon sichtbar der nicht weniger tat, als das Huygens-Prinzip, also das bisherige Grundprinzip einer mechanischen Uhr, in Frage zu stellen.

Leistung, Vereinfachung und Ästhetik

Erstmalig in der Geschichte der Chronometer ersetzt eine neue, bahnbrechende Entwicklung das Huygens-Prinzip hinsichtlich  Leistung, Konstruktion und ästhetischer Wirkung. Zenith beschreitet hier Neuland. Als anerkannter Experte für schnellschwingende Chronographen wie dem fabelhaften El Primero hat Zenith nun mit der ultrapräzisen Defy Lab einen weiteren Quantensprung hinsichtlich Leistung und Konstruktion vollzogen.

High Tech & High Mech

Mit der Defy Lab präsentiert Zenith ein vollkommen überarbeitetes mechanisches Uhrwerk das die Bezeichnung ZO 342 trägt. Dieses Kaliber misst 32,8 mm im Durchmesser und 8,13 mm in der Höhe. Auf den ersten Blick erkennbar ist zifferblattseitig der nur 0,5 mm hohe Gangregler aus Silizium verbaut. Die Funktionalität des neuen Gangreglers wurde erheblich optimiert. Er besteht aus nur einem einzigen Silizium Bauteil, das ohne jedwede mechanische Verbindungen auskommt und das die üblichen über 30 aufwändig zu montierenden, zu justierenden, zu regulierenden und zu kontrollierenden Bauteile eines herkömmlichen Gangreglers vollständig ersetzt.

Herkömmliche mechanische Verbindungen verschiedener Bauteile fehlen beim Gangregler der Defy Lab. So werden nachteilige Effekte wie Reibung, Abnutzung und Spiel zwischen den Bauteilen, die Notwendigkeit zur Schmierung sowie eine aufwändige Montage vollständig vermieden. Das Rad, welches das herkömmliche Ankerrad ersetzt, zeigt ein optimiertes, auf den Gangregler abgestimmtes Design. Auch dieses Rad wird aus monokristallinem Silizium in einem Stück gefertigt.

Hochfrequenz

Der neue Zenith Gangregler schlägt mit einer Frequenz von 15 Hz (108.000 Halbschwingungen pro Stunde), der dreifachen Frequenz des klassischen El Primero, und dennoch verfügt die Defy Lab über eine zehn Prozent höhere Gangreserve. Ohne das geringste Ruckeln fliegt der zentrale Sekundenzeiger über das Zifferblatt. Die Amplitude von +/- 6 Grad macht die Defy Lab (im Vergleich zur Amplitude herkömmlicher Gangregler von 300 Grad) zu einem höchst energieeffizienten Mechanismus.

 Der Präzision verpflichtet

Die Ganggenauigkeit der Defy Lab erreicht nicht nur die in der ISO-3159 festgelegten Standards, sie unterbietet diese wesentlich. Niemals zuvor im Uhrenbau und auch bei keinem der Chronometer-Wettbewerbe hat eine mechanische Serienuhr jemals diesen Grad an Ganggenauigkeit erreicht. Der Isochronismus der Defy Lab in Serienfertigung erreicht +/- 0.5 Sekunden von 0 bis 48 Stunden. Die besten bislang verfügbaren herkömmlichen Serien-Systeme erreichten +/- 2 Sekunden über lediglich 24 Stunden. Daneben hängt die Präzision einer mechanischen Uhr von einem simplen physikalischen Phänomen ab. Entscheidend ist bei herkömmlichen Unruh/Spiralfeder Systemen die Amplitude. Nicht so bei der neuen Zenith Gangregler-Technologie.

 Dreifach zertifiziert

Die Defy Lab trägt das Vipernkopf-Emblem, das sie als ein vom Observatorium in Besançon zertifizierten Chronometer kennzeichnet. Der neue Gangregler der Defy Lab befindet sich derzeit auch im Zertifizierungsprozess hinsichtlich der hochgradigen Resistenz gegenüber Magnetfeldern und Temperaturschwankungen.

Erklärtes Ziel des LVMH Watch Division Research & Development Instituts war es, hinsichtlich der Resistenz gegenüber Temperaturschwankungen die Standards der ISO-3159 weit zu übertreffen: eine Abweichung von 0,3 Sekunden pro Tag und Grad Celsius wurde erreicht, was eine Unterschreitung der in der ISO-Norm vorgegebenen Werte um den Faktor 2 bedeutet. Die Tests wurden in einem auf  -7°C bis +53°C erweiterten Temperaturbereich durchgeführt (die ISO-3159 sieht einen Temperaturbereich von +8°C bis +38°C vor).

Die Defy Lab (die vollständig montierte Uhr) zeigt hinsichtlich der Resistenz gegenüber Magnetfeldern um den Faktor 18 bessere Werte als in der ISO-764 vorgegeben. In der Realität widersteht die Uhr Magnetfeldern bis 88.000 Ampere pro Meter oder 1.100 Gauss, ohne das hierzu ein spezielles Innengehäuse notwendig wird.

Aeronith, ein neues Material, das an die aeronautische Tradition von Zenith anknüpft

Aeronith ist ein neues, patentiertes Material – entwickelt im R&D Department von Hublot unter Leitung seines Direktor Mathias Buttet – das vor allem durch sein geringes Gewicht zu beeindrucken weiß. Diese Eigenschaft des neuen Materials ist ein Link der Verbundenheit und Tradition, die Zenith in der Luftfahrt hat und in der u.a. Louis Blériot im Jahr 1909 bei seiner Überquerung des Ärmelkanals eine Zenith am Handgelenk trug. Oder aber Felix Baumgartner, der  2012  den höchsten Fallschirmsprung in der Geschichte der Menschheit aus einer Höhe von 38.969 Metern wagte und dabei auch als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrach. Auch er trug dabei eine Uhr von Zenith am Handgelenk.

Mit beeindruckender technologischer Kompetenz und getreu dem Motto “The Art of Fusion” entwickelte Hublot dieses ultraleichte und dennoch sehr stabile Material, bei den ein Metallschwamm mit absolut gleichmäßig verteilten Poren mit einem speziellen Polymer verstärkt wird. Das Ergebnis ist ein neuartiger Hybrid-Werkstoff (keine Legierung), der 2,7 mal leichter ist als Titan, 1,7 mal leichter als Aluminium und 10% leichter als Kohlefaser-Verbundwerkstoff.

Ein offenporiger Metallschwamm, stabilisiert durch ein spezielles Polymer

Der Fertigungsprozess dieses neuartigen Hybrid-Werkstoffs nutzt modernste, im Uhrenbau bislang nicht genutzte Technologien und beginnt mit dem Erhitzen von Alu-6082 bis zum Schmelzpunkt. Diese Legierung wird in der Luft- und Raumfahrt verwendet und steht für eine exzellente Korrosionsfestigkeit. Das flüssige Alu-6082 wird dann in eine Form gegossen und in einem bei Hublot entwickelten aufwändigen Verfahren in einen offenporigen Metallschwamm umgewandelt. In die gleichmäßig verteilten Hohlräume dieses Metallschwamms wird dann ein spezielles und sehr leichtes, UV-beständiges und für den Menschen hypoallergenes Polymer injiziert.

Der in diesem Verfahren entstandene Hybrid-Werkstoff ist sehr leicht aber auch extrem widerstandsfähig und ausgestattet mit allen Eigenschaften, die ein Material für ein Uhrengehäuse benötigt. Seine Dichte und damit auch das Gewicht liegen auf einem absoluten Minimum. Aeronith kann bearbeitet werden wie jedes andere Gehäusematerial auch.

 Ein neues Zeitalter der mechanischen Uhr

 Der neue Zenith Gangregler ist aus monokristallinem Silizium gefertigt, das durch eine Oxidschicht geschützt ist. Er besteht nur aus einem Bauteil und es sind keinerlei herkömmliche mechanische Verbindungen notwendig. Und so entfallen auch die für herkömmliche Gangregler notwendige und aufwändige Fertigung, die Anpassung, Montage, Schmierung und Justierung verschiedener Bauteile.

Weniger Bauteile, die aus neuen Hochleistungsmaterialien unter Einsatz von zukunftsweisenden Technologien gefertigt werden, und eine wesentlich gesteigerte Funktionalität machen die Defy Lab zur ganggenauesten mechanischen Armbanduhr der Geschichte. Die Zukunft in der Uhrmacherei hat also begonnen.

Es werden zunächst 10 Exemplare einer ersten Edition gefertigt die bereits restlos ausverkauft sind. Die Serienproduktion der Defy Lab ist der nächste große Schritt, an dem die Teams in der Manufaktur derzeit mit Hochdruck und Stolz arbeiten. Denn sie erschaffen nicht weniger als die mechanische Uhr der Zukunft.

(Quelle/Bilder: ZENITH Watches)

Veröffentlicht in:Uhren und Schmuck

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