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Interview mit ARMEDANGELS Sustainability Managerin Julia

armedangels-india_team1fair, bio, soziale Verantwortung… Kann ja jeder sagen! Bei ARMEDANGELS sind diese Begriffe keine leeren Worthülsen und Nachhaltigkeit kein Trend, sondern eine Einstellung. Die Eco-Fashion Pioniere haben es sich auf die Fahne geschrieben, das zu leben, woran sie glauben. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit den Produzenten vor Ort. Dafür haben sich Julia und Katia – verantwortlich für Nachhaltigkeit und PR bei ARMEDANGELS – nach Indien aufgemacht, um Bhimabhai, einem der Bio-Baumwollbauern, bei der Ernte zu helfen und sich seine Geschichte anzuhören.

Namaste India! ARMEDANGELS on Tour…
Rajkot, Universitätsstadt und Zentrum der indischen Textilindustrie, liegt in Gujarat und zählt 1,3 Millionen Einwohner. Also praktisch ein Dorf – für indische Verhältnisse. Unweit der hektischen Stadt lebt Bhimabhai. Er ist einer der Bauern, von denen ARMEDANGELS seine Bio-Baumwolle bezieht. Wir wollen es genauer wissen und haben bei Julia Kirschner, Sustainability Managerin bei ARMEDANGELS, nachgefragt, was sie aus Indien mitgenommen hat, wie man hochwertige Bio-Baumwolle erkennt und was man als Nachhaltigkeitsmanagerin bei einem Fair-Fashion Label den ganzen Tag so treibt.

Vorneweg – Was machst Du als Sustainability Managerin?
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Julia: „In erster Linie unterstütze ich unsere Lieferanten, die von uns gesetzten Standards für Umweltschutz und Arbeitsbedingungen zu verstehen und einzuhalten. Uns ist es wichtig, unsere Partner bei diesen Themen nicht alleine zu lassen, sondern Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ich arbeite beim Thema Nachhaltigkeit natürlich nicht alleine; alle Abteilungen – von Design über Einkauf bis hin zum Vertrieb – haben ihren Anteil. Wir sprechen uns alle immer sehr eng ab, um robuste Strukturen zu schaffen, die unsere Lieferanten unterstützen und es ihnen überhaupt ermöglichen unsere Standards einzuhalten. Denn wenn wir intern nicht auf Nachhaltigkeit und faire Prozesse in der Produktion achten, ist es auch für unsere Partner schwer, das umzusetzen. Außerdem bin ich verantwortlich für die Kommunikation mit unseren Organisationen, bei denen wir Mitglieder sind – GOTS, FWF und Fairtrade. Naja, und dann netzwerke ich viel und stehe im Austausch mit externen Stakeholdern und anderen Marken. Denn nur gemeinsam können wir wirklich was bewegen!

Nach welchen Kriterien sucht Ihr Eure Partner und Zulieferer aus?
Julia: „Wir kennen alle unsere Lieferanten persönlich und besuchen sie regelmäßig vor Ort, um uns selbst ein Bild zu machen. Neben der GOTS-Zertifizierung haben wir weitere Anhaltspunkte wie beispielsweise eine Überprüfung der Sozialstandards durch Audits oder Weiterbildung der Lieferanten durch Trainings. Uns ist wichtig, dass die Lieferanten unsere Werte teilen und sich gemeinsam mit uns weiterentwickeln und wachsen wollen. Deshalb sind uns langfristige Partnerschaften auch so wichtig.“

Thema Indien und Baumwolle: Was ist der Unterschied zwischen konventioneller Baumwolle und Bio-Baumwolle? Wie erkennt man hochwertige Qualität?
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Julia: „Wir verarbeiten ausschließlich Bio-Baumwolle. Bio heißt in dem Fall, dass beim Anbau keine Pestizide, Nervengifte oder sonstiger Chemie-Wahnsinn eingesetzt werden. Klar, gibt es auch bei der Bio-Baumwolle qualitative Unterschiede. Noch mehr als bei konventioneller Baumwolle kommt es bei Bio-Baumwolle stark auf Umweltfaktoren an: Bodenqualität, Nährstoffe, Regen und Sonne, Schädlinge und vieles mehr. Somit eignen sich manche Regionen besser zum Anbau als andere. Wir kaufen Rohstoffe aus der Türkei und Indien. Hier hat uns die Qualität überzeugt und wir haben gute Partner gefunden. Ganz grob: Bei Baumwolle gibt es Unterschiede bei der Faserlänge. Je länger die Faser, desto edler und feiner ist das textile Endprodukt. Außerdem sind Farbe, Feinheit, Festigkeit, Glanz, Reinheit, Schmiegsamkeit und Weichheit Qualitätsmerkmale. Indien ist ein wichtiges Anbauland für Baumwolle und überzeugt mit einem sehr hochwertigen Rohstoff und das natürlich in Fairtrade und Bio – also perfekt für unsere Ansprüche.“

Was war der wichtigste Moment für Dich in Indien? Was hast Du mitgenommen?

armedangels-india_dinnerJulia: „Die Gespräche mit Bhimabhai und seiner Familie und vor allem die Offenheit. Das hat mich enorm beeindruckt. Wir haben über Kasten, Liebe, das Leben und natürlich über Baumwolle gesprochen. Ich bin sonst viel in Fabriken unterwegs und übernachte dann meistens in Hotels; die Nähe zu den Menschen hinter unseren Produkten, die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Familie hat mir noch mal eine ganz neue Sichtweise eröffnet. Wir durften bei ihnen wohnen, sogar in Bhimabhai’s Bett schlafen, morgens zusammen mit den Frauen Chapatis backen, gemeinsam essen, uns in Saris quetschen lassen und haben gemeinsam gelacht und gesungen. Auch ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen, haben wir uns unterhalten und kennen lernen können. Eine Reise, die ich nicht vergessen werde!“

Das ganze Travel-Journal gibt’s online unter: www.armedangels.de/behind-the-fields

ÜBER ARMEDANGELS
Im Januar 2007 beschließen zwei Kölner Jungs die Modewelt zu revolutionieren. Angetrieben von ihrer Leidenschaft für schönes Design und geschockt von den Missständen der Textilindustrie, wollen sie dem großen Rest der Modebranche zeigen, dass es auch anders geht. Keine Lohnsklaverei, kein Chemiewahnsinn, keine billige Massenware. Stattdessen wollen sie Mode machen, die fair, bio und schön ist. Mit einem 50-köpfigen Team und vier Kollektionen im Jahr gehört ARMEDANGELS heute zu den größten Fair-Fashion Labels in Deutschland.

(Quelle/Bilder: Sweet Communication)

Veröffentlicht in:Mode

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