[Trigami-Review] Nachdem wir ja bereits die LED Lenster T7 ausgiebig testen konnten, haben wir uns heute die neue LED Lenser M1 von Zweibrüder Optoelectronics vorgenommen. Im Direkt-Vergleich mit der Fendix FD20. Beide Lampen sind ungefähr gleich groß und haben ähnliche Leistungsdaten. Auf verschiedenen Messer- und Outdoor Seiten wurden beide Lampen bereits ausführlich von Outdoor-Profis getestet. High End Tests mit Lichtstärkemessgerät, Wasserdichtetest, Wärmeentwicklung und Falltest. OK der “echte Kerl” der nackt einen -5° kalten Wildbach durchschwimmt wird sich kaum auf unsere Lifestyleseite verirren, daher schenken wir uns die extrem technische Seite. Das beide Lampen extrem hell sind, ist denke ich klar. Kümmern wir uns um die wichtigen Sachen. Wie sind beide verarbeitet, wie ist die Bedienung und die Optik ? Wie kommt Man(n) bzw. Frau damit klar ? Vor allem: Wie sinnvoll sind die Special Features der Lampen.
Vorstellung LED Lenser M1 des Herstellers
Die M1 wird mit einer 3V CR123 Lithium Batterie betrieben und erzeugt einen beeindruckenden Lichtstrom von bis zu 190 Lumen. Mit knapp zehn Zentimetern Länge passt der fokussierbare Winzling mit intelligentem Mikroprozessor in jede Hosentasche, sowie Handtasche und bietet nahezu die gleiche Lichtleistung wie die Vorgängermodelle, mit drei und mehr Batterien. Über Tast- und Schaltkombinationen werden volle Lichtleistung, ein gedimmter Sparmodus und ein Verteidigungsmodus mit Stroboskop geschaltet. Die M1 ist sowohl mit der gleitschlittenbasierten Einhandfokussierung Speed Focus ausgestattet, als auch mit der innovativen Reflektorlinse des Advanced Focus System. Für interessierte gibt es die detailierten technischen Datails am Schluß der Beitrages. Mehr Details zur M1 gibt es direkt beim Hersteller: Details LED Lenser M1 und im LED Lenser Forum.
Erster Eindruck, Lieferumfang und Haptik
Die Fendix FD20 (Preis rund 60,00 Euro) wird in einem “standart China Blister” geliefert wie man den von jedem Flohmarkt kennt. Bunter Karton in englisch mit Sichtfenster und innen die übliche billige Kunststoffschale. Gefühlter
Wert nach dem auspacken 20,00 Euro. Würde mir jemand die Lampe ohne das ich die kenne für 60,00 Euro anbieten, würde ich nur lachen und weitergehen. Im Lieferumfang ist eine Nylontasche, eine englische Anleitung, die Taschenlampe selbst, eine Trageschlaufe, 2 Ersatzdichtungen und eine Ersatzdichtung für den Powerknopf. Eine Batterie suchten wir jedoch vergeblich. Daher war leider auch kein direkter 1:1 Vergleich der Lichtstärke möglich. Ob normal eine dabei ist läßt sich leider nicht klären, da der Lieferumfang in der englischen Anleitung nicht beschrieben ist. Die Lampe selber kommt in einem matt schwarzen Finish. Persönlich finde ich die Lampe etwas zu klein, um bequem in der Hand zu liegen. Die vielen Ecken und Kanten tragen auch nicht zur Verbesserung bei.
Die LED Lenser M1 (ebenfalls um die 60,00 Euro) kommt, wie auch die großen Brüder, in einem schwarzen Klappkarton der mit mehr an einen Edel-Handykarton erinnert. Die Lampe ruht auch hier natürlich nur auf eine Plastikschale die
aber im Samtlook beschichtet ist was die gefühlte Wertigkeit deutlich steigert. Als Geschenkbox jederzeit ohne Scham zu gebrauchen. Hier entspricht der gefühlte Wert, durchaus dem Preis. Im Lieferumfang der M1 ist neben der Lampe selber ebenfalls eine Nylontasche und eine Trageschlaufe enthalten. Auch die Lithium CR123A Batterie ist hier enthalten. Ersatzdichtungen sucht man hier jedoch leider vergeblich. Anders als bei der Fendix ist hier eine Anleitung in 7 Sprachen, sowie eine “Smart Card”, genannte Schnellanleitung im Scheckkartenformat zum mitnehmen enthalten. Die Lampe liegt optimal in der Hand. Durch die schöne Linienführung stören keine Ecken und Kanten beim festhalten.
Fazit: Die LED Lenser M1 punkte hier ganz deutlich in Sachen optische Wertigkeit, der Verpackung, mehrsprachige Anleitung, mitgelieferte Batterie und Optik. Die extra Ersatzdichtungen bringen jedoch auch ein paar Bonuspunkte für den Fendix.
Verarbeitung von Lampe und Zubehör
Beide Lampen sind aus Aluminium. Die Öffnungen sind verschraubt und mit Dichtungen versehen, die vor eindringender Feuchtigkeit schützen. Während bei der Fendix das geschwärzte Gewinde am Batteriedeckel noch einen guten Eindruck macht, ändert sich das beim Abschrauben des Kopfes. Das Gewinde, hier hat man sich das schwärzen gleich mal gespart, ist doch sehr fein. Einmal verkantet und ordentlich gedreht und das dürfte hin sein. Bei der LED Lenser ist ein deutlich massiveres Gewinde vorhanden. Dadurch und durch die Verchromung entsteht auch hier sofort wieder ein Gefühl von höherer Wertigkeit. Nach 10x etwas ruppiger auf- und zudrehen fängt das Gewinde bei der Fendix hier im Test schon zu quitschen an.
Beide haben hartvergoldete Batteriekontakte am Batteriedeckel. Die Fendix mogelt aber auch hier wieder. Schaut man
von unten in den Batterieschacht fällt auf, dass auch hier an den oberen Kontakten gespart wurde. Nichts mehr mit vergoldet. Bei der LED Lenser sind auch diese Kontakte hartvergoldet.
Beide Lampen werden mit nylon Holstern geliefert. Beide machen einen guten stabilen Eindruck. Auch hier Punkte die LED Lenser wieder in den Details. Karabinerhaken aus Metall, statt nur einer Plastiköse. Die Gürtelschlaufe ist zusätzlich zum Klettverschluss, noch mit einem Druckknopf gegen versehntliches aufgehen gesichert. Die Fendix verzichtet auf solche Extras.
Fazit: Die LED Lenser M1 punktet auch hier durch die solide Verarbeitung, die sich bis zur Tasche erstreckt. Die unschönen Sparversuche von Fendix an versteckten Stellen, geben hier ordentlich Punktabzug in der B-Note.
Bedienung
Sowohl die LED Lenser als auch die Fendix werden nur über einen Knopf bedient. Die Fendix jedoch zusätzlich durch das verdrehen des Kopfes. Bei beiden erschließt sich die Bedienung, nicht ohne Blick ins Handbuch. Bei der Fendix findet man auf Anhieb lediglich den Turbomodus und die Strobo-Funktion. Bei der M1 gibt es eigentlich nur An/Aus. Bei beiden muß das Handbuch befragt werden, um alle Modifikationen zu finden.
Das englische Handbuch der Fendix gibt hier nicht viel her: “[..]switsch on and turn the bezel to switch the General Mode[..]. Alles klar ? Mein englisch ist nicht schlecht aber bei “bezel” mußt ich doch erstmal googlen. Lünette bedeut das. Ein einfaches “am Kopf drehen” hätte es wohl nicht getan ? Die Fendix hat insgesamt 6 verschiedene Funktionen. Bei ganz zugedrehter Lünette 1x drücken Turbomodus (190 Lumen), 2x drücken Strobo zur Abschreckung (Details siehe Abschnit “Special Features”). Verdreht man den Kopf nun auch nur um 1mm, ist man im anderen “Menü”. Hier gibt es weitere 4 Funktionen. 1x drücken Sparmodus (9 Lumen), 2x drücken Eco Modus (47 Lumen), 3x drücken 94 Lumen und 4x drücken SOS Morsefunktion. Wenn man weiß wie es geht , ist es eigentlich recht einfach und logisch. Die Kombination aus drehen und drücken ist aber auch nicht wirklich optimal, besonders da sich der Drehkopf nicht mit einer Hand bedienen läßt. Zum drehen braucht man immer beide Hände. Einen Fokus zum verändern des Lichtkegels, gibt es hier leider nicht.
Die mitgelieferte Smart Card der LED Lenser, erklärt die 3 verschiedenen Funktionen in deutsch und mit einfachen, bunten Bildern. Idiotensicher halt. So einfach wie die Card es darstellt, ist es dann aber doch nicht. Einfach ist an und
aus. 1x Drücken voll an mit 155 Lumen (die ersten 2sek. 190 Lumen), 2x drücken aus. Um an die beiden anderen Funktionen zu kommen, braucht es etwas Übung. Innerhalb von 1 Sekunde 1x antippen + 1x schalten eröffnet den Sparmodus mit nur 15% Leistung, was aber gut mit einer normalen Taschenlampe mithalten kann. Komplizierter wird es bei der eigentlich zur Selbstverteidigung gedachten Stroboskop Funktion. Innerhalb von 1 Sekunde 2x tippen und 1x schalten erfordert ein genaus Timing. Schlimmstenfalls landet man im Sparmodus, womit man nichtmal einen Dackel abschrecken könnte. Mehr dazu im Abschnitt “Special Features”. Die M1 verfügt im Gegensatz zur Fendix über einen Speed Fokus. Durch das schieben des Kopfes, läßt sich zwischen breiter Ausleuchtung und Punktfokus umschalten. Der Fokus läßt sich einfach mit Damen und Zeigefinger, mit einer Hand in sekundenschnelle verändern.
Fazit: Die Bedienung ist bei beiden nicht optimal gelöst. Bei der Fendix ist es einfacher gehalten aber das durchklicken, durch alle Funktionen um zum Ziel zu kommen, nervt auf Dauer. Das Prinzip der M1 braucht etwas Übung, macht die Bedienung dann aber erheblich schneller da man direkt zum Ziel kommt und nicht erst durch diverse ungewollte Modi durchklicken muß. Trotzdem hätte ich mir, gerade im Hinblick auf die Verteidigungsfunktion, eine Bedienung wie bei der großen LED Lenser T7 gewünscht. 1x drücken Sparmodus, 2x drücken volle Power und gedrückt halten, für Turbo bzw. in diesem Fall Strobo. Die Nase vorn hat hier die LED Lenser. Vor allem wegen der bessern Anleitung. Klare Punkte macht die LED Lenser auch mit dem Speed Fokus, der sowohl einfach, schnell und mit einer Hand zu bedienen ist. Fendix verzichtet gleich ganz darauf was den Nutzen im Fernbereich deutlich einschränkt.
Special Features
Die LED Taschenlampen verfügen beide über spezial Funktionen, wie einen Strobo zur Abschreckung bei dem die angestrahlte Person stark geblendet und desorientiert wird. Dieses kann zudem zur Übelkeit führen, was unter Umständen in Einzelfällen sogar zu Erbrechen kommen kann. So zumindet der Hersteller. Die Fendix hat zusätzlich noch einen Morsemodus, der automatisch und immer wieder S.O.S morst.
Die Strobo-Funktion ist generell eine gute Sache, die Lampen sind bei extrem stark und das flackernde Licht ist alles andere als angennehm. Im Selbstversuch, den ich ganz sich nicht wiederholen werde(!), zeigt sich, dass man nach einer vollen Dosis erstmal die nächste Zeit nichts mehr sehen kann. Ausser Sterne und bunte Punkte. Theoretisch also, wirklich eine gute Sache. Praktisch auch ?
Bei der Fendix lassen sich beide Sonderfunktionen über mehrfaches drücken, zuverlässig erreichen. Der Strobo durch 2x drücken und die Morsefunktion durch 4x drücken und verdrehter Lünette. Nachteil: Braucht man tatsächlich im Notfall den Strobo und die Lünette hat sich in der Tasche auch nur 1mm verdreht landet man im Sparprogramm, aus dem man ohne die Lampe runter zu nehmen, um dran rum zu drehen nicht herauskommt. Das wars dann mit Abschreckung. Bei der Morsefunktion ist das relativ egal. Auch das diese ganzen hinten in der Reihenfolge liegt stört nicht. Sicherlich grade im Outdooreinsatz eine super Funktion. Der Strobo ist dann doch ehr Spielkarm.
Nicht viel anders schaut es bei er LED Lenser aus. Um den Strobo zu erreichen, muß innerhalb von 1 Sekunden 2x getippt und 1x geschalt werden. Passt das Timing nicht ganz genau, landet man schlimmstenfalls im Sparmodus, mit dem man keinen 5 Jährigen mit einer Wasserpistole beeindrucken könnte. In unserem Test “aus der Hüfte gezogen” 10x Strobo hintereinander landeten wir nur 5x wirklich dort. Meistens jedoch landeten wir zum Glück im normalen Powermodus mit 155-190 Lumen, was völlig reicht um jemanden für einige Zeit blind zu machen. Wie schon geschrieben, wäre die Funktion einfach durch gedrückt halten erreichbar, dann wäre es eine gute Sache. Eine innvolle Zusatzfunktion wie die Morsefunktion bei der Fendix, fehlt leider völlig.
Fazit: Die Strobofunktion zur Selbstverteidigung ist bei beiden Lampen praktisch nutzlos, da zu unsicher und aufwendig zu erreichen. Drücken, drehen, mehrfachdrücken, tippen+drehen, das alles im dunkeln in Panik und in Sekundenschnelle ? Kaum realistisch. Leider bei beiden. Will man die Lampen wirklich zur Abschreckung nutzen, sollte man einfach einschalten und die vollen 180 bzw. 155 Lumen draufhalten. Das geht sicher, schnell und effektiv. Die SOS Morsefunktion der Fendix ist für jeden Trip in die Berge, auf See oder ins Gelänge absolut sinnvoll und gibt hier dicke extra Punkte. Einfach einschalten, laufen lassen und auf Rettung warten. Da hätte sich die M1 lieber den Strobo sparen sollen und dafür auch eine Rettungsfunktion einbauen sollen.
Abschlussbewertung
Zählt man alle Punkte zusammen gewinnt die LED Lenser vor allem durch die insgesamt hochwertigere Verarbeitung, dem besseren Lieferumfang und der mehrsprachigen Anleitung. Auch die bessere Verarbeitung bei allen Zubehörteilen
hebt sich deutlich von der Fendix ab. Vom hochwertigen Geschenkkarton bis zur robusten Tasche, wird hier der Premiumanspruch deutlich. Würde man mir beide Kartons hinhalten und fragen: “Welches ist die High End und welches die billige?” würde ich ohne zu zögern die Fendix als “billigteil” aussortieren. Die Fendix ist zwar auf dem Papier mit 180 zu 155 Lumen fast 20% stärker aber durch den fehlenden Fokus, gleicht die M1 diesen Unterschied dicke aus. Was Funktion und Bedienung im Alltag angeht, hat für mich die LED Lenser klar gewonnen. Bessere Bedienung, bessere Ergonomie und die Speed-Fokusfunktion, schlagen die Fendix deutlich. Die wirklich tolle Notfall Funktion der Fendix, kann leider nicht den schalen Eindruck wettmachen, den die Einsparungen an verstecken Stellen hinterlassen haben. Auch die billige Verpackung und die unhandlich kantige Form lassen, mir persönlich, die Wahl leicht fallen.
Weitere Testberichte anderer Seiten
Ein sehr schöner Test findet sich im Freiluft Blog in dem unter anderem auch Unterwassertest und Vergleiche in der Leuchtkraft gemacht wurden. Weitere ausführliche Vergleichstests der beiden Lampen gibt es auch hier:
Tags: Fendix PD20, led lenser, LED LENSER M-Serie, LED Lenser M1, Optoelectronics, Taschenlampe, Zweibrüder, Zweibrüder LED LENSER

September 2nd, 2009 um 19:05
[...] madmax01 has fytched a comment 3 seconds ago while browsing http://www.mylifestyleblog.de/test-led-lenser-m1-v… [...]
September 16th, 2009 um 10:55
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Juli 25th, 2010 um 13:33
[...] großen Sprung in der Entwicklung am besten zu verstehen, sollte man auch unsere Testberichte zur LED LENSER M1 und LED LENSER T7 lesen. Alle Kritikpunkte die wir in diesen beiden vorrangegangen Tests [...]